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Neue Trockenholzlagerhalle in Betrieb genommen

Die neue Lagerhalle für Trockenholz der Fa. Poppensieker & Derix wurde am 21.11.2008 feierlich eingeweiht.

Verbunden mit dem enormen Erfolg der neuen »Expresslinie« stieg der Durchsatz im Werk Velpe um mehr als das Doppelte. Die Strategie bei Poppensieker & Derix, dem Kunden in kürzester Zeit in den verschiedenen Festigkeits- und optischen BSH-Klassen zu bedienen, macht zudem eine entsprechende Vorhaltung getrockneter und sortierter Lamellen erforderlich. Daher entscheid man sich, das vorhandene Lager deutlich auszubauen und eine eigenständige Halle mit ca. 2.250 m² Lagerfläche für die Einlagerung von zusätzlich bis zu 5.000 m³ Rohlamellen zu errichten.

Verbunden mit dem Hallenneubau war der Neubau des Holzplatzes mit ca. 5.500 m², die Errichtung eines neuen Verladeplatzes mit ca. 4.000 m² für die fertigen BSH-Produkte sowie eine Erweiterung der Kommissionier- & Abbundhallehalle der »Expresslinie«.

Durch die gesamten Infrastrukturmaßnahmen wurde der Materialfluss sowie der innerbetriebliche Transport perfektioniert. Die Fahrwege der Stapler von der LKW-Entladung, über die Einlagerung in die Hallen bis zur Sortierlinie sind nun auf ein Minimum optimiert.

Aufgrund brandschutztechnischer Randbedingungen aber auch aus den v.g. Gründen der Optimierung des Materialflusses wurde die Halle eigenständig mit einem Abstand von ca. 10,00 m zum Bestand errichte.

Mit der Architektur des Halle wurde das Büro Planungsgruppe Mesum unter Leitung von Herrn Wilhelm Bökenkamp betreut, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich mehrere Objekte für die Firmengruppe Derix realisiert hat. Als Fachmann mit langjähriger Erfahrung verbindet der Architekt Wilhelm Bökenkamp außergewöhnliche Architektur mit wirtschaftlichen Ausführungslösungen.

Für die Ausführung der Hallenkonstruktion sowie der sonstigen Infrastrukturmaßnahmen wurde die Fa. Brüninghoff aus Heiden als Generalunternehmer beauftragt.

Zur Konstruktion

Die Konstruktion entspricht einer klassischen Bauweise im Ingenieurholzleimbau: In den Außenachsen sind fußeingespannte Stahlbetonstützen angeordnet, auf denen die fischbauchförmige Brettschichtträger aufliegen. Der Achsabstand der Träger beträgt 6,00 m, die Spannweite 24,00 m. Die drei Stahlbetonstützen in der Mittelachse fangen im Abstand von ca. 15,75 m jeweils einen Unterzug ab, so dass in der gesamten Halle nur drei Stützen die Einlagerungsmöglichkeit beschränken. Diese sind jedoch so angeordnet, dass diese im brandschutztechnischen Trennbereich des Lagergutes angeordnet sind. Umlaufend sind aufgrund der Anpralllasten der 10t-Stapler bis 3,00 m Höhe gedämmt Stahlbetonsandwichplatten montiert.

Im Bereich des Giebel springen mit ca. 1,00 m Lichtflächen aus grün eingefärbten, 50 mm starken RODECA aus der Achse, die zum einen für den natürlichen Lichteinfall dienen, zum anderen aber auch für die Brandschutzbemessung als Frischluftzufuhr herangezogen werden können. Neben den Lichtflächen werden die Giebelwände mit microlinierten Fischer-Sandwichelementen geschlossen, die die Rundung der 'Ohren' aufnehmen und vor den Stahlbetonplatten verlegt sind.

Die Markanten 'Ohren' an den Längsachsen des Gebäudes wurden sehr simpel realisiert: Oberhalb der Stahlbetonplatten wurden an den Stützen kreisförmig zugeschnittene BSH-Blöcke als Unterkonstruktion befestigt. Die Dacheindeckung aus Stahltrapezblechen sowie die Dämmung und die wasserführende Folie werden vom Dach um diese Unterkonstruktion auf die Fassade gezogen. Im Bereich oberhalb der runden 'Futterklötze' ist ein zusätzliches gebogenes Profil eingedichtet, dass die im Bereich der Fassade eine in Längsrichtung verlaufende, verzinkte Welle aufnimmt.  Um die Rundung optisch auf das Dach zu führen, war es notwendig, die Fischbauchträger kreisförmig anzuschneiden.

Das brettschichtverleimte Dachtragwerk entspricht der Feuerwiderstandskalsse F30, wobei die Aussteifung normkonform (!) über die Ausbildung der Stahltrapezbleche als Schubfeld erfolgt. Die Halle ist an das werkseitige Sprinklernetz angeschlossen und wird gem. der CEA 4001 in die Klasse 1 zur Erzielung eines maximalen Versicherungsrabattes eingestuft.

 

Fazit

Mit nur wenigen architektonischen Gestaltungselementen entstand eine Lagerhalle, die in Ihrem Erscheinungsbild einmalig ist. Mit der Lage direkt an der Zufahrt zum Firmengelände und an der BAB A30 gibt sie der Firma Poppensieker & Derix ein neues, markantes Gesicht und trägt somit direkt zum Image bei.

Wesentlich ist, dass durch die Architektur keine Kompromisse hinsichtlich der Nutzung eingegangen werden mussten, sondern sich die Architektur aus der Optimierung der Randbedingungen ergeben hat.

Die Baukosten einschließlich aller Nebenkosten, der Haustechnik inklusive der Sprinkleranlage und der Erbaukosten betragen 350 EUR/m² Gebäudefläche und sind damit als sehr günstig zu bewerten. Die zusätzlichen Kosten für die architektonischen Gestaltungselemente belaufen sich auf rund 5% der Baukosten.

Architektur ist ein Stück Kultur und prägt unser Lebensumfeld über mehrer Jahrzehnte. Neben dem kommunalem und dem privaten Bau sollte daher auch im Industrie- & Gewerbebau ein generelles Umdenken erfolgen.

Eckdaten zur Hallenkonstruktion

Hallenlänge: 48,25 m
Hallenbreite: 46,50 m
Lichte Höhe:   6,00 m

 
Ausführende Firmen und Partner:

ARCHITEKTUR:
Planungsgruppe Mesum
Wilhelm Bökenkamp
Don-Bosco-Str. 2
48432 Rheine (Mesum)
Tel. 059 75 / 81 12
GENERALUNTERNEHMER:
Brüninghoff GmbH & Co. KG
Industriestraße 14
46359 Heiden/Westfalen  
Tel. 0 28 67 / 97 39 - 0

 

Neue Trockenholzlagerhalle in Betrieb genommen

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