Lexikon
Dreigelenkrahmen
Dreigelenktragwerke gehören zu den statisch bestimmten Systemen. Diese Tragwerke bestehen aus zwei Tragwerksteilen, die durch ein Gelenk miteinander verbunden sind. Die anderen Enden der beiden Tragwerksteile sind die Auflager, die ebenfalls als Gelenke ausgebildet werden.
Man unterscheidet 3 Formen von Dreigelenktragwerken:
- rechteckiges Dreigelenktragwerk (Dreigelenkbinder)
- bogenförmiges Dreigelenktragwerk (Dreigelenkbogen)
- dreieckförmige Dreigelenktragwerk (z.B. Sparrendach)
Dreigelenkrahmen gehören durch die äußerst effiziente Kraftübertragung bei einem minimalen Materialverbrauch zu den hochwertigsten Tragkonstruktionen. Wegen der niedrigen Fundamentkosten sind Dreigelenkrahmen sehr wirtschaftlich.
Ihre Verwendung wird durch die Transportmöglichkeiten und durch - im Vergleich zu anderen Trag konstruktionen - weniger freien Raum in der Halle eingeschränkt. Durch den Raumverlust sind sie vor allem für den Einbau von Kranbahnen und Portalkranen weniger geeignet. Dennoch lassen sich auch hierfür Lösungen finden.
Dreigelenkrahmen werden für Reithallen, Sport- und Erholungsgebäude, für Industrie- und Lagerhallen sowie für landwirtschaftliche Zwecke verwendet. Die biegesteifen Ecken der Rahmen können als Keilzinkungen, gebogen, als offene Verbindung mit Zug- und Druckbalken oder mit Stabdübelkreisen ausgeführt werden. Die Montage der letzten beiden Varianten kann auf der Baustelle stattfinden, dann ist das Transportproblem weniger ausschlaggebend. Im Prinzip ist es auch möglich, die Überdachung außen an den Rahmenstiel zu befestigen. Dann muss die Belüftung der Konstruktion besonders berücksichtigt werden.
