Baustoffgerechter Umgang mit Brettschichtholz

Planung

  • Vor allem für ungeschützt der Witterung ausgesetzte Konstruktionen ist der konstruktive Holzschutz fachgerecht zu planen.
     
  • Bei der Ausbildung von Befestigungen und Anschlüssen ist neben den statischen Gesichtspunkten unbedingt das Quell- und Schwindverhalten des Materials zu berücksichtigen.

Transport und Montage

  • Verschmutzungen von Brettschichtholzbauteilen sind möglichst zu vermeiden, da eine Reinigung aufwendig und in der Regel nicht ohne verbleibende Restspuren möglich ist. Geringfügige Verschmutzungen und Eindrückungen der Oberflächen sind  unvermeidlich und daher zulässig.
     
  • Wegen der häufig großen Abmessungen und vergleichsweise geringen Seitensteifigkeit dieser Bauteile ist bei Transport, Zwischenlagerung und Montage jederzeit für ordnungsgemäße Lagerung, Kippsicherung und Aussteifung zu sorgen.
     
  • Als Anschlagmittel für Hebevorgänge sind möglichst Schwerlastgurte mit Kantenschutz zu verwenden. Bei Zusammenbau und Montage ist durch genaues Ausrichten darauf zu achten, dass keine ungewollten Ausmitten entstehen, andernfalls  könnten statisch  nicht berücksichtigte erhebliche Zusatzbeanspruchungen auftreten.
     
  • Für die Montage erforderlich erscheinende Bohrungen oder Schnitte dürfen nur in Abstimmung mit dem Statiker angelegt werden. Dach- und Außenwandflächen sind möglichst kurzfristig nach der Holzmontage zu schließen, damit das Holz nicht zuviel Feuchtigkeit aufnehmen kann.
     
  • Es ist besonders darauf zu achten, dass Transportverpackungen wegen der Gefahr einer Schwitzwasserbildung mit anschließendem Bläue- oder Schimmelbefall zügig zu entfernen sind. Anschließend sind die Bauteile durch geeignete Abdeckungen vor Durchfeuchtung und Verschmutzung zu schützen.
     
  • Bei Trapezblecheindeckungen kann es durch das mit dem Walzöl der Bleche verschmutzte Regenwasser an den Bindern im Bereich der Trapezblechstöße zu Verunreinigungen kommen. Dies ist zu vermeiden, indem die Tiefsicken der Trapezbleche in Feldmitte angebohrt werden oder im Bereich der Trapezblechstöße Dichtbänder eingelegt werden.

Inbetriebnahme

  • Bei beheizbaren Gebäuden ist auf eine bewusst langsame Erhöhung der Raumtemperatur zu achten, damit sich die Holzfeuchte langsam der Luftfeuchte angleichen kann. Der Bauherr ist bei Übergabe bzw. Abnahme der Bauleistung darauf hinzuweisen.
     
  • Bauseitig ist zu gewährleisten, dass in der Halle, insbesondere im Bereich des Tragwerkes normales Klima herrscht. Dieses soll nicht über längere Zeit extrem feucht oder sehr trocken sein. Die Dacheindeckung ist bauphysikalisch so auszubilden, dass sich kein schädliches Kondensat an den Dachträgern absetzen kann, falls es nicht kurzfristig abtrocknet.

Pflege

  • An den Oberflächen der BS-Holz-Bauteile können Schwindrisse - auch entlang der Klebefuge auftreten. Bei Bauteilen ohne systembedingte Querzugbeanspruchung können solche Schwindrisse bis zu einer Tiefe von 1/6 der Bauteilbreite (je Seite), bei Bauteilen mit planmäßiger Querzugbeanspruchung bis zu 1/8 der Bauteilbreite (je Seite), toleriert werden.
     
  • Vor Wiederholungsanstrichen ist die Verträglichkeit des Imprägniermittels mit dem vom Herstellerwerk verwendeten Holzschutzmittel abzuklären.
     
  • Wiederholungsanstriche werden am ehesten erforderlich bei der Bewitterung ausgesetzten Holzkonstruktionen. Bevorzugt eignen sich die Sommermonate. Auf sattes Eindringen des Imprägniermittels in etwa vorhandene Schwindrisse ist zu achten.

Änderungen

  • Änderungen am statischen System oder in der Belastung und Anordnung von zusätzlichen Querschnittsschwächungen (z.B. Bohrungen) dürfen nur nach vorheriger Abstimmung mit dem Statiker vorgenommen werden. Abhängungen sollten grundsätzlich im oberen Bereich der Träger angeschlossen werden.
     
  • Änderungen der bauphysikalischen Randbedingungen durch z.B. nachträgliche Verkleidungen, Zwischendecken oder Beplankungen müssen vorher mit dem Planer abgestimmt werden.